Das Arztgespräch mit Todkranken

Edlef Bucka-Lassen

Wo es sich um unheilbare Krankheiten handelt und die klassischen Methoden des Heilens nicht mehr greifen, ändert sich auch meine Rolle als Arzt: Vom „Wissen, wie &Mac226;man’ dieses Leiden heilt“ geht es zum „Wissen, wie ich diesem Patienten in seinem Leiden helfe“.
Was ich tun kann, hängt nicht nur mit der Krankheit und dem aktuellen Zustand des Patienten zusammen, sondern auch mit den Resourcen des Patienten, seines persönlichen Umfeldes – und den meinigen.
Wenn jedes Gespräch das letzte sein kann, gelten – über die gängigen Regeln der Kommunikation hinaus – andere Maßstäbe. Dennoch sind es die Verletzungen und das Nichtbeachten der herkömmlichen Gesprächssregeln, die das Gros der misslungenen Gespräche verursachen.
Kongruente Kommunikation, in der die Paradigmen, Werte, Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle des Patienten den Kern bilden, ist der Schlüssel zu einem gelungenen Gespräch.
Gefühl und Gespür machen einen großen Teil der gelungenen Gespräche aus, auch mit todkranken Patienten. Dennoch gibt es viele klar benennbare – und damit vermittelbare und erlernbare – Elemente, die im Gelingen oder Nichtgelingen eines Gesprächs eine maßgebende Rolle spielen: Killerphrasen, Türöffner, „Ratschläge“, Fragen und Antworten, verbale -, paraverbale - und nonverbale Signale – und vor allem die Kongruenz zwischen den verbalen und den nonverbalen Signalen.
Um diese – und um unsere Glaubwürdigkeit – geht es in diesem Workshop.