Musik und Entspannung bei Angst und Stress während einer Chemotherapie bei Patientinnen mit Mamma-CA.

Franz Wendtner
Günther Bernatzky, Gundula Steinlechner, Hubert Hausmaninger

Mag. Franz Wendtner, Klinischer und Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut, Paracelsus Universitätsklinik für Innere Medizin 3, Müllner Hauptstraße 48, A-5020 Salzburg, Tel. ++ 43 / 6 62 / 44 82 - 5 87 07, Fax. ++ 43 / 6 62 / 44 82 - 34 09, f.wendtner@salk.at

Univ.-Prof. Dr. Günther Bernatzky, Universität Salzburg, Naturwissenschaftliche Fakultät, Arbeitsgruppe für Neurodynamics und Neurosignaling, Organismische Biologie, Hellbrunnerstr. 34, A-5020 Salzburg, Tel: ++ 43 / 6 62 / 80 44 - 56 27; guenther.bernatzky@sbg.ac.at

Ziele der Studie: Erhebung der Wirkung von Musik und Entspannung auf Angst, Stress, Schmerz, Kontrollüberzeugung und Lebensqualität bei Patientinnen mit Mamma-Ca während einer Chemotherapie.

Einleitung:
Das kumulative Risiko einer Frau, ein Mammakarzinom als bösartigen Tumor der Brustdrüse zu entwickeln, liegt bei 12 %, daran zu sterben bei 4 bis 6 %. Das Wissen, potentiell lebensbedrohlich erkrankt zu sein und selbst nur beschränkt Einfluss auf die Erkrankung bzw. ihren Verlauf nehmen zu können, ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen häufig mit hohem Stress, Angst und einer massiven Verschlechterung der Lebensqualität verbunden.

Methode:
Randomisierte kontrollierte Cross-Over-Studie (Evidenz Ib) in drei Gruppen, sowohl im Rahmen von stationären Aufenthalten als auch im therapiefreien Intervall zwischen den einzelnen Chemotherapiezyklen (3) zu Hause.
Gruppe 1: Musik und Entspannung (CD: Entspannung bei Schmerzen, Mentalis Verlag, Nr.3-932239-95-4)
Gruppe 2: Lieblingsmusik – jeweils von der Patientin individuell gewählt.
Gruppe 3: Keine Musik CD (Kontrollgruppe)
Alle Patientinnen erhielten die entsprechend abgestimmte Chemotherapie. Die Patientinnen waren angehalten, täglich die CDs mittels Kopfhörer für 25 min zu hören. Insgesamt kamen die Daten von 24 Patientinnen zur Auswertung. Als Auswertungsinstrumente wurden der KKG (Fragebogen zur Kontrollüberzeugung zu Krankheit und Gesundheit, Lohaus A., F.M. Schmitt, 1989) sowie der EORTC-QLQ 30 (.Quality of lifequestionaire european organisation for research and treatment of cancer) herangezogen.

Ergebnisse:
Für die Patientinnen im stationären Bereich zeigte sich in der Gruppe 1 eine signifikant zunehmende internale Kontrollüberzeugung (p<0.05).
Jedoch ergaben sich weder in der Gruppe 2 noch in der Gruppe 3 signifikante Veränderungen im Beobachtungszeitraum unter stationären Bedingungen. Für die Zeit der Therapiepausen (2-3 Wochen zu Hause) ergab sich bei den Patientinnen der Gruppe 1 und jenen der Gruppe 2 im Vergleich zu jenen der Gruppe 3 eine signifikant höhere Lebensqualität (p<0.05), sowie eine signifikante Steigerung des subjekt.. empfundenen Gesundheitsgefühls (p< 0.05). (Subjective status of health).

Diskussion:
Die mit einer Chemotherapie verbundenen Belastungen haben großen Einfluss auf das Stresserleben und damit die Lebensqualität der Patientinnen. Wie der Literatur zu entnehmen ist haben sowohl Entspannung als auch Musik einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität von Betroffenen. In der vorliegenden Studie kam es erstmalig zur gemeinsamen Anwendung einer CD mit einer standardisierten Kombination von Musik und Entspannungsanleitung bei Patientinnen mit Mamma-Ca. Aufgrund der Ergebnisse gehen wir davon aus, dass diese Möglichkeit zur komplementären Therapie während einer Chemotherapie geeignet zur allgemeinen Anwendung erscheint, ohne die Compliance negativ zu beeinflussen.

Zusammenfassung:
Im Rahmen dieser Studie wurde gezeigt, dass sowohl eine standardisierte Kombination von Musik mit Entspannungsanleitung als auch die individuelle Lieblingsmusik von Patientinnen mit Mamma-Ca in einer rezeptiven Anwendungsform stressreduzierende Wirkungen entfalten. Damit ist eine signifikante Steigerung der internalen Kontrollüberzeugung, eine deutliche Erhöhung der LQ sowie eine signifikante Verbesserung des subjektiv empfundenen Gesundheitsgefühls verbunden.


Danksagung: Wir danken der Firma Janssen und der Krebshilfe Salzburg für die finanzielle Unterstützung.