Palliativ-Beratungs-Stelle Wien – ein Modellprojekt

DGKS Paula Pichler, Palliativ-Beratung im Fonds Soziales Wien, Ambulante Pflege und Betreuung, Gesundheits- und Sozialzentrum, Geibelgasse 18-20, A-1150 Wien, paula.pichler@fsw.at

Die Palliativ-Beratungs-Stelle ist ein Angebot für die BürgerInnen der Stadt Wien und richtet sich an Menschen, die zu Hause gepflegt und betreut werden mit besonderem Schwerpunkt auf Empowerment und Gesundheitsförderung. Das Angebot ist kostenlos, ganzheitlich und multiprofessionell.
Auch multimorbiden, geriatrischen Schwerstkranken und ihrem sozialen Umfeld soll Palliativ-Beratung nicht länger vorenthalten werden.

Im Juni 2006 konnte ich mit dem Aufbau der niederschwelligen Palliativ-Beratungs-Stelle beginnen. Mit 146 Beratungen,welche in der Testphase stattgefunden haben, ist die Palliativ-Beratungs-Stelle in der kurzen Zeit bereits gut angelaufen. Wesentliche Herausforderungen sind Wissenstransfer, Vernetzung, Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von Palliative Care.
Die Palliativ-Beratungs-Stelle sieht sich als eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Angeboten, jedoch nicht als Ersatz sondern im Sinne einer Koordinationsstelle.

Parallel zum Aufbau der niederschwelligen Palliativ-Beratungsstelle wurde dieses Modellprojekt im Rahmen einer Abschlussarbeit für den Universitätslehrgang Palliative Care / Akademische Palliativexpertin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg präsentiert.
Hierfür wurden in einer empirischen Studie 64 qualitative Interviews zum Thema „Palliativ-Betreuung im extramuralen Bereich in Wien“ nach einem halb standardisierten Interviewleitfaden geführt. Deren Ergebnisse verdeutlichten die Notwendigkeit einer derartigen Beratungs-Stelle.
Diskussion:
Beratung und temporäre Unterstützung vor Ort aller an der Betreuung Beteiligten stärken die palliativen Kompetenzen der Betreuer. Dies erweitert den Handlungsspielraum, gibt mehr Sicherheit und reduziert Angst.