Vergleich der Patientencharakteristika von zwei Palliativstationen

Christina Grebe*

Co-Autoren: Franz Reiner*, Michaela Lientscher0, Hellmut Samonigg0, Imke Strohscheer0

*LKH Vöcklabruck, Palliativstation, Dr.-Wilhelm-Bock-Str. 1, A-4840 Vöcklabruck;

0UPE am LKH-Universitätsklinikum Graz, Auenbruggerplatz 20, A-8036 Graz.
Tel.: 05 05 54 / 71 - 2 87 30 Fax: 05 05 54 / 71- 2 87 34, christina.grebe@gespag.at
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Einleitung:
Das Spektrum von Patienten, die auf einer Palliativstation behandelt werden, kann sich unterscheiden. Die Ausrichtung einer Station, ihr Standort und auch die Erfahrung der Leitung und der Mitarbeiter können eine Rolle spielen.

Methoden:
Es wurden die Patientencharakteristika von jeweils 100 Patienten bezüglich Aufenthaltsdauer, Einweisungs- bzw. Aufnahmegründe und Prozentsatz an verstorbenen und entlassenen Patienten zweier Palliativstationen deskriptiv erhoben.

Ergebnisse:
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patienten war mit ca. 10 Tagen annähernd gleich, in der genaueren Analyse fanden sich jedoch Unterschiede zwischen beiden Palliativstationen.
Die häufigsten Einweisungsgründe waren jeweils Schmerzen, Dyspnoe und Schwäche. In 36% war der Einweisungsgrund durch Abteilungen des eigenen Krankenhauses in Vöcklabruck „Terminalphase“ (in Graz 8%), außerdem wurden in Vöcklabruck 20% nicht-onkologische Patienten aufgenommen. In Graz wurden zu 100% onkologische Patienten behandelt. Bei den tatsächlichen Aufnahmegründen fanden sich an beiden Stationen häufiger zusätzlich psychische Faktoren (9,5% Angst und 6% Depression) im Gegensatz zu den Einweisungsgründen (2,5% Angst, 2% Depression). In Vöcklabruck verstarben 49%, in Graz 35% der Patienten während des stationären Aufenthaltes. Von den entlassenen Patienten wurden in Vöcklabruck 75% durch ein mobiles Palliativteam betreut (in Graz 49%). In Vöcklabruck wurden 23% der entlassenen Patienten wieder aufgenommen, in Graz in 32%.

Diskussion:
Die Palliativstation am Landeskrankenhaus Vöcklabruck wurde Anfang 2006 implementiert, die UPE am LKH-Universitätsklinikum Graz arbeitet seit 3 Jahren im Vollbetrieb. Beide Stationen unterscheiden sich bezüglich ihrer Einbindung (Universitätsklinikum, Landeskrankenhaus), ihrer geographischen Situation, ihrer Implementierungsdauer, nicht jedoch ihrer Ausrichtung. Es bestätigte sich unsere Vermutung, dass an der neu implementierten Station in Vöcklabruck einerseits ein hoher Prozentsatz an Patienten mit kurzer Aufenthaltsdauer (22% unter 4 Tagen) und an verstorbenen Patienten auf der Station (49%), andererseits eine große Gruppe an Patienten mit langer Aufenthaltsdauer (24% über 14 Tage) auftreten wird, hier erwarten wir in Zukunft eine Nivellierung.
Erfreulich scheint der hohe Anteil nicht-onkologischer Patienten mit 20% in Vöcklabruck, der sich durch die gute Vernetzung im kleineren Krankenhaus erklären lässt. Dies kommt dem Trend zur Entwicklung von Betreuungskonzepten für nicht-onkologische Patienten auf Palliativstationen entgegen.