Qigong in der Palliativsituation

Mag. Franz Wendtner

Qigong ist eine Jahrtausende alte Bewegungsmeditation aus China und wird am
zutreffendsten mit „Arbeit mit Lebensenergie“ übersetzt. Qi fließt in uns in bestimmten Bahnen. Sind diese durchgängig, ist Qi zur richtigen Zeit in der zutreffenden Qualität im entsprechenden Bereich, ist Harmonie gegeben. Kommt es im Fließen des Qi zu Störungen wie Stauungen oder Blockaden, sind Beeinträchtigungen der Lebensqualität, Schmerzen und Dysfunktionen häufig beobachtete Folgen.
Im Qigong wird das Qi in langsamen, sanften Bewegungen und in stillen, äußerlich unbewegten Übungen wieder ins Fließen gebracht. Bestehende Beschwerden werden gelindert, die geistig-psychisch-körperliche Harmonie unterstützt. Um das zu erreichen, werden in der Akupunktur Nadeln eingesetzt, im Qigong das Leiten und Lenken von Qi in innerer Achtsamkeit. Vorstellungskraft und Imagination sind dabei von wesentlicher Bedeutung.
Vor allem die Sanftheit der Bewegungen und die Stillen Übungen ermöglichen es auch geschwächten oder bettlägerigen PatientInnen, durch Qigong ihr Wohlbefinden zu fördern. Vielfach ist es so möglich, die Beweglichkeit und die Lebensqualität in der Palliativsituation zu verbessern. Auch für die Angehörigen und Pflegenden kann Qigong ein Weg sein, die innere Ausgeglichenheit zu fördern, psychophysiologische Belastungen und Streß zu reduzieren.
Qigong wird weltweit gezielt zur Gesundheitsförderung, Unterstützung bei der Genesung und zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt, es kann aber auch eine Haltung im Leben, geprägt von innerer Ruhe und Harmonie, sein.
Im Vortrag wird auf Ursprünge, Hintergründe und Wirkungen von Qigong eingegangen, darüber hinaus werden Anwendungsgebiete und -beispiele mit dem Schwerpunkt „Palliativsituation“ thematisiert.