Ergebnisse von 2 Studien zur Behandlung von Todesrasseln

Dr. Ernst Rupacher
Univ. Doz. Dr. Rudolf Likar
Dr. Josef Deutsch
Dr. Mario Molnar

43 - 92 % der Patienten im Terminalstadium entwickeln terminales Rasseln.

Unter terminalem Rasseln versteht man eine geräuschvolle Respiration in den letzten Stunden oder Tagen des Lebens bei wachen oder bewusstseinseingetrübten Patienten, die unfähig sind, Speichel reflektorisch zu schlucken oder den Schleim von der Trachea abzuhusten.

Wir konnten in einer Studie zeigen, dass Scopolamin Hydrobromicum in einer Dosierung von 0,5 mg vierstündlich nur minimale Verringerung des terminalen Rasseln zeigt, dafür aber ein vermehrtes Auftreten von Nebenwirkungen wie Unruhe und Schmerzäußerungen.

Scopolamin Hydrobromicum in dieser Dosierung scheint kein ideales Therapeutikum für den Typ I von terminalem Rasseln zu sein.

Wir führten eine weitere Pilotstudie durch, bei der wir Glycopyrroniumbromid 0,4 mg subkutan/intravenös alle sechs Stunden verabreichten gegenüber Scopolamin Hydrobromicum 0,5 mg subkutan/intravenös alle sechs Stunden.
Wir untersuchten terminales Rasseln bei sterbenden Tumorpatienten.
Bei dieser Pilotstudie wurden insgesamt 13 Patienten eingeschlossen, die meisten Patienten hatten ein N. Bronchi, zwei Patienten ein N. Recti und ein Patient ein N. Vesicae.

Die demographischen Daten betreffend gab es zwischen den Gruppen keinen Unterschied. In dieser Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass Glycopyrroniumbromid 0,4 mg alle sechs Stunden verabreicht in den ersten 12 Stunden des Beobachtungszeitraumes signifikant die Stärke des Todesrasselns senkt im Unterschied zu Scopolamin Hydrobromicum.

Die Nebenwirkungen betreffend gab es zwischen den beiden Gruppen keinen Unterschied.

Schlussfolgerung:
In der ersten Untersuchung konnten wir zeigen, dass Scopolamin Hydrobromicum in der Dosierung von 0,5 mg vierstündlich verabreicht kein ideales Therapeutikum für den Typ I von terminalem Rasseln ist. In der nun durchgeführten Pilotstudie zeigten wir, dass Glycopyrroniumbromid 0,4 mg alle sechs Stunden eine deutlich stärkere Verringerung des Todesrasselns bewirkt als Scopolamin Hydrobromicum.