Trauer

Monika Müller M.A.

Den Weg der Trauer und auch der Trauerbegleitung pflastern zahlreiche Mythen, die es verhindern, daß ein Mensch seinen Trauerweg überhaupt erst antritt oder daß Menschen einander in Verlustsituationen beistehen. Mythen über Trauer beziehen sich auf die Art und Weise, wie getrauert werden sollte und dann erst akzeptierbar wird, aber auch darauf, um was und wen überhaupt getrauert werden darf, innerhalb welcher Zeit Trauer beendet oder verarbeitet zu sein hat und darauf, wann sie nicht (mehr) normal ist oder gar pathologisch wird. Viele Hemmungen und Unsicherheiten beziehen sich auf den Aberglauben um das Thema Verlust, lassen vereinsamen und grenzen aus oder weisen trauernden Menschen einen Platz zu, der alle Beteiligten anstrengt und überfordert.
Das durch Erfahrung gestützte und in neueren US –Studien belegte Wissen, daß der Trauernde sich seinem Verlust und Festhalten der verstorbenen Person individuell und zeitlich unbegrenzt widmen darf, daß Trauer auch eine Lebenskraft ist, die letztendlich Energie freisetzt, daß sogenannte Traueraufgaben tatsächlich leistbar und erfüllbar sind, meist sogar ohne therapeutische Hilfe, mag zu einem entspannteren Verhältnis diesem Thema und der Zielgruppe beitragen und ein liebevolles, aber auch zu-trauendes Kümmern ermöglichen.