Gabe von Somatostatin bei Ascites

Univ. Doz. Dr. Rudolf Likar
Dr. Simone Hombach-Smole1
Dr. Mario Molnar1

Alle: LKH Klagenfurt, Zentrum für Interdisziplinäre Schmerztherapie, Onkologie und Palliativmedizin (ZISOP)

Octreotid ist ein synthetisches Analog von Somatostatin mit verschiedenen Eigenschaften und Wirkungen. Es ist ein potentes und antisekretorisch wirkendes Medikament. Es hemmt die Sekretion von Peptidhormonen und Wachstumshormonen. Es wird als Therapeutikum in der Palliativmedizin eingesetzt.

Wir verwendeten Sandostatin® bei den Indikationen Ascites, Ileus, intestinale Obstruktion, Diarrhöe mit einer Gabe von 3 x 200 µg subkutan. Weiters wurden Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Diarrhoe anhand einer fünfstelligen Skala beurteilt. Der Ascitesrückgang wurde mittels Messung des Bauchumfangs dokumentiert.

Es wurde die Anzahl der Patienten mit Sandostatin® ausgewertet.


Fallbeispiel:
81jährige Patientin, weiblich

Die Patientin wurde im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung an unsere Palliativstation überstellt. Die Patientin hatte ein Adenokarzinom des Ovars mit Carcinosis peritonei und Ascites. Bei der Patientin war keine Chemotherapie mehr indiziert. Sie klagte im Wesentlichen über allgemeine Schwäche, Übelkeit, Inappetenz, Zunahme der Beschwerden von Seiten des Ascites. Zusätzlich litt die Patientin vor allem an zunehmender Dyspnoe mit begleitender Pneumonie, die sich antibiotisch aber gut beherrschen ließ.

Es wurden 2,5 l Ascites abpunktiert, in der Folge sistierte die Dyspnoe. Im Laufe des stationären Aufenthaltes nahm die Flüssigkeit wieder zu. Eine Behandlung mit Octreotid subkutan Injektionen in der Dosierung von 3 x 200 µg wurde durchgeführt. Der Bauchumfang wurde 2 x täglich gemessen. Vor der Therapie betrug der Bauchumfang 102 cm, nahm dann bis zum 6. Tag auf 98 – 99 cm ab.

Die Patientin konnte dann ohne die anfängliche Dyspnoe durch den zunehmenden intraabdominellen Druck in eine Pflegeeinrichtung entlassen werden. Nebenwirkungen durch den Wirkstoff traten keine auf.