Teamarbeit

Martina Kern

Patienten (insbesondere Tumorpatienten) haben häufig zahlreiche Probleme in der letzten Lebensphase ihrer Erkrankung. Schmerzen und Symptome, aber auch psychosoziale und ethische Fragestellungen treten in den Vordergrund. Aus diesem Defizit heraus haben sich Palliative Care und Palliativmedizin entwickelt und stellen ein Konzept dar, das die Bedürfnisse und Wünsche des schwerstkranken Menschen in den Vordergrund stellt. Durch den ganzheitlichen Betreuungsauftrag richtet sich der Fokus aber nicht nur auf die zu verrichtende Aufgabe einer medizinischen, pflegerischen, psychologischen oder sozialen Leistung, sondern erfaßt den ganzen Menschen und seine Familie mit seinen vielfältigen Problemen, Ängsten und Nöten. Dies ist für jede der beteiligten Berufsgruppen eine große und oftmals neue Herausforderung.
Dennoch ist kein einzelner Mensch in der Lage, die vielfältigen Probleme des Patienten und seiner Angehörigen zu sehen und ihnen dann noch kompetent zu begegnen.
Eine neue Form der Teamarbeit wird erforderlich. Diese verwirklicht sich allerdings nicht von selbst, nur weil Menschen mit dem gleichen Ziel zusammenarbeiten. In der konkreten Arbeit zeigt sich allzu häufig, dass die Ziele, wenn auch gleich formuliert, sehr unterschiedlich ausgelegt werden können. Oft ist in der eigenen Berufsgruppe die Zusammenarbeit noch nicht einmal geklärt, erhöht sich die Komplexität durch die Integration anderer Berufsgruppen - und dies in einer für Patienten, Angehörige und damit auch die Begleiter sehr intensiven Lebensphase. Mit Etablierung der Hospizarbeit wird damit nicht nur ein neuer Umgang mit Patienten und deren Angehörigen gelebt, sondern gleichzeitig auch eine neue Kommunikationsstruktur erforderlich. Wenngleich sich sinnvollerweise in der Entwicklungsphase der Palliativmedizin zunächst alle Bemühungen auf den Patienten und seine Familie richteten, gilt es nun zu überprüfen, was es meint, wenn Ärzte, Pflegende, Sozialarbeiter etc. in gegenseitiger Anerkennung, Wertschätzung und Respekt miteinander arbeiten. Hierbei sind oft vielfältige hierarchische und tradierte Hürden zu überwinden, die eigene Rolle zu überdenken und ggf. anzupassen.
Die Umsetzungsmöglichkeiten und –schwierigkeiten werden an praktischen Beispielen erläutert.