Todkrank – Lebensmüde?


Priv.-Doz. Dr. Reinhold Fartacek
Dr. Martin Plöderl, Mag. Rudolf Rohrer

In der Tagespresse tauchen regelmäßig Berichte zum Thema Sterbehilfe auf. In einer kürzlich vom „Salzburger Fenster“ in Auftrag gegebenen Umfrage wird getitelt, 63 Prozent der Salzburger würden eine ärztlich überwachte Sterbehilfe im Endstadium einer unheilbaren Krankheit befürworten.

Wenn man davon ausgeht, dass in dieser Untersuchung großteils gesunde Menschen befragt wurden, dann gibt das Ergebnis die Einstellung von Personen wieder, die ein bestimmtes Bild von unheilbarer Krankheit haben, ohne eine Vorstellung darüber zu haben, wie sie wirklich reagieren würden, träfe sie das Schicksal einer todbringenden Erkrankung tatsächlich.

Von Schwerkranken wissen wir, dass sie fast immer bereit sind, Vieles in Kauf zu nehmen, um die verbleibende Lebenszeit zu verlängern und diese möglichst intensiv zu nutzen. Schwere Krankheit stürzt jeden betroffenen Menschen in eine existentielle Krise. Gleichzeitig wissen wir aus zahlreichen Studien, dass sich körperlich Schwerkranke nur selten das Leben nehmen. Lediglich die Zeit kurz nach Mitteilung der Diagnose stellt einen Risikofaktor dar, zu Suizidhandlungen kommt es meist nur bei Vorliegen von komorbiden psychischen Störungen.

Im Vortrag werden die Zusammenhänge dargestellt und Möglichkeiten der Begegnung mit Patienten in der traumatischen Krise (aufgrund des plötzlichen Verlustes der Gesundheit) . Was ist hilfreich und wie können wir suizidale Zuspitzungen einschätzen?