Chemotherapie im Alter

Dr. Viktoria Faber

Die Abklärung und Therapie maligner Erkrankungen älterer Patienten ist nach wie vor mit großen Vorurteilen der Ärzte selbst und der Gesellschaft behaftet. Der Grund ist vielfältig.

Sei es die Unkenntnis über die Krankheit per se, über die Behandelbarkeit eines Tumors gleich ob in kurativer oder in palliativer Absicht oder schlicht das nicht „ Zumutenwollen“ einer anstrengenden Behandlung. Dabei sollte man bedenken, dass rund zwei Drittel aller Tumorerkrankungen jenseits des 65. Lebensjahres entstehen und mit einer weiteren Zunahme des Anteiles älterer Patienten zu rechnen ist. Dem gegenüber steht der oft sehr gute Allgemeinzustand dieser Patienten, andererseits aber auch die höhere Frequenz an Komorbiditäten. Letzteres führte auch dazu, dass ältere Tumorpatienten, nämlich die über 65 Jährigen in Studien fast immer unterrepräsentiert sind und daher klare Daten fehlen. Dies zu ändern erfordert nicht nur eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine große Erfahrung des Arztes sondern bedeutet auch eine Herausforderung, die derzeitige Studienlandschaft neu zu überdenken und zu strukturieren.