Erfahrungen mit dem Salzburger Verabschiedungsraum

Elisabeth Reichenpfader

Nach längeren Vorarbeiten wurde im Juli 2001 im Salzburger St. Johanns-Spital ein neu gebauter Verabschiedungsraum für Sonderverabschiedungen eröffnet.
Dieser Raum wude für Angehörige geschaffen die sich nicht mehr auf der Station vom Verstorbenen verabschieden konnten. Er ist auch für Menschen die durch Unfälle tötliche Verletzungen erlitten haben bzw. im Schockraum vestorben sind.
Es ist für Angehörige sehr wichtig den Verstorbenen nochmals sehen und berühren zu können. Bevor ich mit den Anghörigen den Raum betrete werden sie von mir vorbereitet was sie erwartet. Wenn Menschen durch Unfälle entstellt sind wird das genau erklärt und beschrieben.
Die wunden Stellen mit einem Leintuch bedeckt und den Angehörigen die Möglichkeit gegeben nach ihrem Tempo die Stellen abzudecken.
Es hat sich sehr wichtig für die Trauerarbeit herausgestellt ,dass die Angehörigen ein realistisches Bild , von dem was Tatsache ist entwickeln. Dies hilft mit , die mögliche Entwicklung von falschen Schreckensbildern und Phantasien zu verhindern. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass diese Form des Umgangs eine sehr wesentliche Rolle in der Bewältigung spielt. Unsere Aufgabe ist es in dieser intimen Situation da zu sein , offen zu sein und Rituale zu ermöglichen. Es ist uns wichtig auch die Kinder zu integrieren. Kinder gehen unbefangen mit dem Tod um ,wenn sie behutsam vorbereitet werden.
Ich habe aber auch sehr hohen Respekt wenn Angehörige sich nicht mehr verabschieden wollen.
Ich möchte über meine Erfahrungen im Rahmen des Verabschiedungsraumes berichten und auch meine persönliche Auseinandersetzung und Rituale einbringen.